Seit einigen Wochen bin ich Facebook-”Freund”. Zuerst war ich vorsichtig: Nur einloggen und warten, was passiert. Dann ging alles ganz schnell: Innerhalb weniger Tage kamen “Freundschafts”-Anfragen ohne Ende – und danach die Frage: Wieso wollen so viele mein “Freund” sein, obwohl man sich jahrelang nicht einmal mehr gegrüßt hat? Eines wurde mir schnell klar: “Freundschaften” braucht man in der Online-Welt – je mehr, desto besser.
Plattformen wie Facebook bieten ihre Dienste kostenlos an und viele Nutzer gehen dabei recht naiv mit ihren Daten um. Mit jeder Eingabe “verkauft” man aber ein Stück mehr von sich – ein Stück Privatsphäre, Anonymität, Freiheit. Was man gerade macht, was einen interessiert, wen man kennt, mit wem man wie oft Kontakt hat, was man glaubt, wo man sich aufhält, wie man lebt und wen man wie liebt. Soziale Netzwerke können durchaus nützlich sein, keine Frage. Einige Nutzer können so reale Kontakte pflegen. Andere können hier über ihren Glauben reden und von Jesus weitersagen. Wer aber regelmäßig online ist, stellt schnell fest, dass die meisten der “Freundschaften” doch sehr oberflächlich ausfallen. Man liest oder postet oft Unwichtiges, um nicht zu sagen Überflüssiges. Wirklich tiefe Gespräche und Kontakte lassen sich im Internet nicht gut führen.
Soziale Netzwerke sind auch deshalb so erfolgreich, weil sie diese Oberflächlichkeit gezielt fördern, Langeweile kurzfristig befriedigen und die Neugierde nach dem aktuellen Online-Geschehen nutzen. Wir Menschen sind von Grund auf neugierig – aber noch mehr sehnen wir uns nach echten, tiefen Beziehungen, letztlich nach einer Beziehung zu Gott selbst.
Hinter dem Sammeln möglichst vieler Freundschaften steckt die Sehnsucht nach Liebe und geliebt zu werden. Die Macher von Facebook & Co. wissen das effektiv zu nutzen. Je länger der Nutzer online ist, desto mehr wird er von sich preisgeben und seine Daten können verwertet, verknüpft und gegebenenfalls verkauft werden.
In der Tat nutzen viele Surfer Facebook nur sporadisch und haben damit keine wirklichen Probleme. Ist man aber erst einmal tiefer in einem solchen Sozialen Netzwerk verknüpft, werden aus den dünnen Fäden der “Nur-Online-Kontakte” oft fesselnde Verstrickungen. Vor allem junge und jugendliche Nutzer, die damit aufwachsen, werden Realität und Virtualität miteinander vermischen und sich in “Freundschaften” verfangen, die falsche Bindungen hervorbringen, aber keine echte Liebe ermöglichen. Aber auch Verheirateten wurden solche “Nur-Online-Kontakte” bereits zum Fallstrick für ihre Ehe.
Wer wirkliche Beziehungen pflegen will, muss sich überlegen, welche Art der Kommunikation er vorrangig wählt: Investiere ich in Online-Freundschaften wie bei Facebook, in denen man seine persönlichsten Dinge einem Wirtschaftsunternehmen preisgibt, aber das Gefühl unbefriedigt bleibt, wirklich zu leben und geliebt zu sein? Oder baue ich Freundschaften “face to face” auf, wo man echten Menschen in die Augen schauen kann? Hier wird mit allen Sinnen kommuniziert, sich in die Arme genommen, gelacht und geweint, gefreut und getrauert (und gebetet). Reale Freundschaften halten das aus – Online-Bekanntschaften in der Regel nicht.
Die 10 wichtigsten Tipps für die Sicherheit in Sozialen Netzwerken hat kürzlich das BSI veröffentlicht:
www.bsi-fuer-buerger.de
Freund bei Facebook…
Ich hatte am Anfang auch viele Freunde die ich noch nicht mal kannte.
Grund ?
Die vielen Spiele die man da machen kann. Und wenn man da “weiter kommen” will als andere braucht man Nachbarn. Und die bekommt man nur wenn man befreundet ist über Facebook.
Irgendwann habe ich aber alle Nicht-Freundschaften gekündigt und es geht mir damit Facebook-mäßig um einiges besser.
Gruß Sascha
Von: Sascha Krause am 1. Mai 2010
um 15:30